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St. Michael

St. Michael im Stadtspiel München (Vorderseite) Triumphales Denkmal der Gegenreformation in üppigem Barock.

Gotteslohn für Übereifer – Wilhelm V., genannt auch der Fromme, war im 16. Jahrhundert der tüchtigste deutsche Glaubenskrieger des Papstes. Er ließ einsperren, vertreiben, foltern und köpfen, verjagte den Kölner Erzbischof, als der die Seiten wechseln wollte, und sicherte so den Katholiken die Mehrheit im Reich. Doch Wilhelms Eifer rächte sich. Als er seinen wichtigsten Verbündeten, den mächtigen Jesuiten, die Michaelskirche baute, deutete er einen Turmeinsturz als Fingerzeig Gottes, noch prächtiger zu bauen. Das trieb ihn in den Ruin und er musste abdanken. Die Kirchenfront zeigt ihn mit seinem Vater an der Spitze seiner Vorfahren als ersten Verteidiger des Heilands. Wie der Erzengel Michael zu seinen Füßen will er das Böse bezwingen. Die größte Renaissancekirche des Nordens setzte als Triumphbau der Gegenreformation mit ihren Barockanklängen Jahrhunderte lang Maßstäbe. In ihrem gewaltigen, nur noch von St. Peter in Rom übertroffenen Tonnengewölbe kündigt sich bereits der absolute Herrschaftsanspruch eines Landesherren an, der nicht mehr bereit ist, seine Macht mit den Ständen zu teilen. Davon konnte der Märchenkönig, der hier 1886 seine letzte Ruhe fand, nicht einmal mehr träumen.


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Jesuiten Erzengel Michael Gegenreformation Tonnengewölbe Märchenkönig

 

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