Koloss. Ein Mahnmal, „groß und herrlich … wie
ein Koloss, eine Pyramide, ein Dom in Köln“,
forderte der „Deutscheste der Deutschen“ Ernst
Moritz Arndt als Teilnehmer der Völkerschlacht
schon kurz nach ihrem Ende. Doch daran hatten
die wiedererstarkten Fürsten kein Interesse und
Sachsen als Verlierer auch nicht. Fortan mischte
sich in den Siegerstolz der Deutschen die Enttäuschung.
Sie fühlten sich um ihre nationale
Einheit betrogen. Erst der Kampf des geeinten
Reichs „um den Platz an der Sonne“ ließ Arndts
Vision ab 1898 Wirklichkeit werden. Die Ausschreibung
gewann der Student Wilhelm Kreis
und blamierte damit die gesamte deutsche Professorenschaft.
Doch die wehrte sich und fand
Gründe, den Architekten des Kyffhäuser-Denkmals,
Bruno Schmitz, zu beauftragen. Für die
Finanzierung gründete sich der „Patriotenbund“.
Er warb 600 Millionen Goldmark ein, so dass
das Denkmal pünktlich am 18. Oktober 1913
eingeweiht wurde. Bis heute ist es mit 91 m
Höhe, 300.000 t Gewicht und einer Nachhallzeit
von 10 Sekunden das größte Denkmal in
Europa. Bis zum nächsten 100jährigen 2013
wird es saniert. Dafür backen Leipzigs Bäcker
seit 2007 „Völkerbrote“ und „Völki“-Brötchen
mit einem Spenden-Aufschlag.