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Löffelfamilie

Löffelfamilie im Stadtspiel Leipzig (Vorderseite) Vom Lobpreis sozialistischer Produktivität zum Kultobjekt

Suppenmarathon – Es ist ein kurioses Schauspiel. Seit 35 Jahren schaufeln Mutter, Vater und zwei Kinder jede Nacht die doppelt konzentrierten Suppen aus dem VEB Feinkost in sich hinein. Die Neonlicht-Reklame ist Kult in Leipzig, seit sie installiert wurde. Denn schon damals war sie ein Witz. In der Mangelwirtschaft der DDR wurde gekauft, was das Regal hergab und gegessen, was auf den Tisch kam. Werbung hatte auch nicht den Absatz zu fördern, sondern die Höchstleistungen der sozialistischen Produktion zu preisen. Als der VEB Feinkost trotzdem pleite ging, verschlug es der „Löffelfamilie“ kurzzeitig den Appetit. Doch dann sorgte die benachbarte NaTo fast zehn Jahre lang mit „Löffeltagen“ und Spendenaktionen dafür, dass die Familie munter weiter löffeln konnte. Inzwischen kümmert sich ein eigener Verein darum. Die heruntergekommene Fabrik dahinter wird von der Feinkost-Genossenschaft als alternativer Kultur- und Gewerbehof bewirtschaftet. Auf der „letzten Insel der Freiheit im Leipziger Süden“ gibt es Mode, Spielzeug, Kinderbücher, exotischen Klimbim, Kräuter und Essenzen, zwei Plattenläden, einen Schuster und einen Computerservice. Der geplante Abriss der Fabrik ist damit vorerst abgewendet.


Weiterführende Informationen z.B. unter:

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VEB Feinkost Neonlicht-Reklame NaTo Löffeltage

 

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